Motopurmitglied Stefan Knittel hat für uns einen Bericht über die NSU Renngespanne verfasst. – Danke Stefan 🙂

Unter dem Titel „Kraft-Dreirad“ habe ich im deutschen Motorrad Klassik über die DKW UL 600/ 700 Renngespanne der Saisons 1936 und 1937 berichtet. Da auf den zehn Seiten im Heft 3/ 2025 nicht alle Fotos abgeduckt werden konnten, möchte ich auf diesem Weg den Schweizerischen und Liechtensteinischen Teil den Freunden des motorisierten „Alteisens“ nicht vorenthalten.
Im Deutschen Reich erließ die Oberste Nationale Motorsport-Kommission am 24. November 1937 ein Verbot der Rennen mit Seitenwagengespannen. Grund war die Häufung der tödlichen Unfälle gerade von Spitzenfahrern. Auto Union-DKW-Werksfahrer Hans Schumann konnte eine Vereinbarung mit seinem Arbeitgeber und der Auto Union-Vertretung in der Schweiz erzielen. Ein DKW UL 600 Gespann wurde in der Schweiz stationiert und dort von ihm zusammen mit Beifahrer Julius Beer bei einigen Rennen an den Start gebracht.

Ein Sieg in Amriswil bestätigte diese gute Idee. Ein zweites Gespann erhielt der Schweizer Ernest Stuber, der 1938 Dritter in Locarno und 1939 in Schaffhausen ebenfalls Dritter wurde. Beim Großen Preis der Schweiz konnte an die DKW-Siege von 1936/37 nicht angeschlossen werden, da 1938 die Seitenwagenklassen nur als Amateurrennen ausgeschrieben waren. 1947 galt dann bereits das Kompressor-Verbot, weshalb Roland Benz mit der ex-Schumann-DKW nur ausser Konkurrenz mitfahren durfte.


Roland Benz und Beifahrer Max Hirze hatten im Jahr zuvor die lange Reise nach Barcelona angetreten, wo sie auch tatsächlich das Seitenwagenrennen gewinnen konnten, was sie 1948 noch einmal wiederholten. 1947 fuhr Roland Benz auch in Zürich und beim 1. Liechtensteiner Bergrennen Vaduz-Triesenberg-Maseschna. Dort waren vor 12 000 Zuschauern am 5. Oktober unter den 70 Motorrad-Startern auf Einladung die NSU-Werksfahrer Fleischmann, Bodmer, Nitschky und Böhm aus Deutschland – offiziell als österreichische Sportskameraden aus Feldkirch – dabei, und Volzwinkler und Krackowizer aus Salzburg als bekannte Österreicher. Hans Haldemann aus Bern auf Velocette 350 in der Soloklasse und einem Norton-Gespann sowie Hans Taveri aus Horgen auf Husqvarna solo und Seitenwagen waren nicht schneller als Roland Benz, aber die DKW UL 600 war halt außer Konkurrenz…


Nach dem 1948 zum zweiten Mal ausgetragenen Rennen um den Liebfrauenberg in Rankweil / Österreich kehrte das Gespann im Juli zu Hans Schumann nach Deutschland zurück um dort noch zwei Rennjahre zu absolvieren. / Stefan Knittel